Hilscheid ein Dorf der Mark Thalfang, ist das Höchstgelegene Dorf in Rheinland – Pfalz, da der Erbeskopf auf der Gemarkung von Hilscheid liegt. Mit seinen 816,32 m ist der Erbeskopf  die höchste Erhebung im Lande, unser Dorf ist mit 1807 ha die größte Einzelgemeinde in der Verbandsgemeinde Thalfang am Erbeskopf und seit März diesen Jahres Nationalparkgemeinde. Mit 1424 ha Wald ist unsere Gemarkung bedeckt wobei nur 58 ha Wald Gemeindeeigen sind, der größte Teil ist Staatswald sowie Privatwald. Das Dorf Hilscheid liegt in einer sanften Talmulde am westlichen Hang des Erbeskopfes. Hilscheid wurde zum ersten Mal Urkundlich am 7. Januar 1274 erwähnt als Heselscheyt, der Ort scheint jedoch älter zu sein, da es zu diesem Zeitpunkt schon eine längere Zeit bestanden haben muss.

 

Die Bewohner von Hilscheid waren seit früher Zeit Bauern und damit wie die meisten Standesgenossen Leibeigene oder Hörige, der wie auch alle Märker Bauern Eigenleute des Klosters St. Maximin anschließend die des Grafen von Luxemburg waren. Durch die Klugheit der Hilscheider Bauern kam es in Hilscheid zu keiner größeren Auswanderbewegung in der Zeit wo die Kleinbauern aus dem Hunsrück auszogen um in Brasilien ihr Glück zu finden. Denn die Bauern ersteigerten am 7. September 1803 den sogenannten „Altenhof“, hiernach hatte jeder Bauer im Dorf nahezu das Doppelte an Fläche die er bewirtschaften konnte. So schrieb ein Ausgewanderter Bauer aus Brasilien, wenn er das früher gewusst hätte, so wäre er sicher nicht ausgewandert. Was heute noch von dem Altenhof, wo einst ein gräflicher Gutshof stand, übriggeblieben ist, ist die „Hofscheune“, die als Schutzhütte in den Jahren 1924 bis 1929 aus den Steinen und dem Gebälk des ehem. Gutshofes erbaut wurde und bis heute noch Landwirten und Wanderern Schutz bietet. Wir haben noch vier Vollerwerbslandwirte und einen Nebenerwerbslandwirt somit ist die Landwirtschaftlich genutzte Fläche in und um Hilscheid begehrt.

Hilscheid wird auch das Dorf der vier Brunnen genannt, denn unsere vier Brunnen sind gleichmäßig im alten Dorf verteilt, sie werden von eigenen Quellen gespeist. So ist in der Chronik von Hilscheid  ein alter Vers nachzulesen „Vier Brunnen, im Dorf gut verteilt, für keinen sehr weit“. Wenn im Sommer die Quellen der Dorfleitung versagten wurde das Waschwasser sowie das Wasser zum tränken des Vieh`s von den Brunnen geholt. Man traf sich oft zum Wasserholen um ein Schwätzchen abzuhalten und die Neuigkeiten aus dem Dorf zu erfahren. So kann auch ich erzählen, das im Sommer, wenn es sehr warm war wir als Kinder den ganzen Tag am Brunnen verbracht haben und Abends, wenn die größeren Geschwister und die Jugendlichen aus der Nachbarschaft von der Arbeit nach Hause kamen  wurde desöftern eine „Wasserschlacht“ mit Eimern abgehalten. Das wir das als Kinder natürlich Lustig fanden und  machten es den Älteren, Tags darauf nach.

Vereine und Brauchtum sind bei uns in Hilscheid eng verknüpft, so wechseln sich der Karnevalverein und die Freiwillige Feuerwehr jährlich  mit dem Aufstellen des Traditionellen Maibaums ab. Am Ende des Monates April wird vor beginn der Hexennachtfeier unser Maibaum am Dorfgemeinschaftshaus aufgestellt, das heute, nachdem der Baum geschlagen,  und ins Dorf Transportiert anschließend geschält wurde mit Maschinen aufgestellt, keine allzu schwere Arbeit mehr darstellt. Im Anschluss daran ist dann allgemeines Feiern unter dem Maibaum angesagt, bis dann mit zunehmender Dunkelheit die „Hexen“ mit ihrer Arbeit beginnen und manch Schabernack betrieben wird.

 

So gestaltet unser Karnevalverein „Hellschda Scheierpoarzler“ den jährlichen Karneval, beginnend mit der Kappensitzung, hierauf folgt eine Woche später die Kinderkappensitzung, die bei den Akteuren wie bei den zahlreichen Besuchern viel Freude bereitet. Als Höhepunkt der Fastnacht findet dann der große Karnevalumzug, der am Fastnachtsonntag durchgeführt wird, durch unser Dorf statt, der immer viele Zuschauer anzieht. Im Anschluss an den Umzug kommt es dann zu einer großen Fastnachtsparty im Dorfgemeinschaftshaus in Hilscheid.In diesem Jahr waren 23 verschiedene Motive mit elf Wagen in unserem Dorf unterwegs, die allerdings nicht nur aus Hilscheid waren, denn auch Fastnachter aus der Nachbarschaft beteiligen sich an unserem Umzug.

Unsere Freiwillige Feuerwehr veranstaltet, nachdem der Männergesangverein das alljährlich stattfindende Hochwälder Viezfest nicht mehr weiter durchführen konnte in Fortführung das neue Viezfest, das immer viele Gäste aus nah und fern anzieht. Am Samstag ist Viezkeltern für alle angesagt, hier kann man mit seinen Äpfeln vorbeikommen und mit den Kameraden der Feuerwehr unter Sachkundiger Leitung durch den Keltervorgang Most aus den Äpfeln gewinnen und das Getränk mit nach Hause nehmen. Daraus kann man dann Apfelsaft, Konfitüre oder Viez machen.

Mit einem Dämmerschoppen endet dann der Samstag, an diesem Fest wird auch der Höchste gepresste Viez in Rheinland-Pfalz angeboten. Der wird nämlich bei dem alljährlich stattfindenden Schlemmermarkt am Hunsrückhaus auf dem Erbeskopf gepresst.

Der Sonntag beginnt mit einem Frühschoppen und ab 11.00 Uhr das Schaukeltern, hier kann jeder Besucher sehen wie der Most hergestellt wird und jeder kann mithelfen und den Trunk anschließend kosten. Ab 12.00 Uhr gibt es dann das seit jeher bekannte Mittagessen „Gefüllte Klees“ mit Apfelkompott zu dem immer viele Gäste aus nah und fern kommen. Anschließend gibt es dann Kaffee und Kuchen, bis dann gegen Abend das Fest ausklingt.

Um den 11. November findet der jedes Jahr stattfindende St. Martinsumzug statt, der durch die Freiwillige Feuerwehr durchgeführt und begleitet wird. Nach dem Umzug trifft man sich am Dorfgemeinschaftshaus um das Martinsfeuer abzubrennen und die Martinsbrezeln zu genießen.

In der Vorweihnachtszeit findet der von den vier Vereinen unseres Dorfes und der Gemeinde abwechselnd gestaltete Altentag für unsere Einwohner die über 65 Jahre alt sind statt. Unterstützt werden die Vereine durch die Frauenhilfe Hilscheid. Hier können sich die älteren Leute aus Hilscheid bei Kaffee und Kuchen sowie beim singen von Weihnachtsliedern in geselliger Runde einen schönen Nachmittag gönnen.

Der Pfingstquack der jedes Jahr an Pfingstsonntag durch unser Dorf zieht wird von Kindern bis 15 Jahren, Jungen wie Mädchen abgehalten, bei jedem Haus wird angehalten und nachdem man etwas gespendet hat wird der „Jakob“,  der im Wagen versteckt ist, aufgefordert seinen Ruf als Dankeschön ertönen zu lassen, was nach der Aufforderung „Jakob Schrei e mol“  dann auch ertönt. Die Kinder sammeln dazu Geld, Eier, Milch, Speck, Mehl und Pudding, sie treffen sich nach dem Rundgang durch das gesamte Dorf am Dorfgemeinschaftshaus wo mit den gesammelten Eiern leckere Pfannkuchen gebacken werden. Die Puddingherstellung überlassen die Kinder einigen Eltern die sie bei ihrer Arbeit unterstützen. Das gesammelte Geld wird für den Kauf von Getränken verwendet und der Rest aufgeteilt. Tags zuvor  wird mit Haselnussstöcken ein Gerüst auf  einen kleinen Handwagen gebaut, der mit Ginstern und Birken Ästen zugeflochten wird und nachdem alles dicht ist wird der komplette Wagen mit vielen Blumenkränzen, welche die Mädchen geflochten haben zugehängt. Zum Abschluss erhält der Wagen die Pfingstkrone in Form eines großen Ginsterzweiges oder wenn kein Ginster da ist eine Birkenkrone.

Auch wird Jährlich noch ein Gemeindetag durch die Ortsgemeinde abgehalten. Hier treffen sich die Einwohner aus Hilscheid um neues aus der Gemeinde zu erfahren nachdem der Offizielle Teil beendet ist geht man zum gemütlichen Teil über, bei heißen Würstchen und einem kühlen Getränk und guten Gesprächen klingt dann der Abend aus. Früher Wurden an diesem Tag noch die Gemeindeparzellen verpachtet, die Maulwurfsfangprämie ausbezahlt, die Dorfschelle für ein Jahr weitergegeben und mit den Losen aus dem Leinenbeutel die Reiserlose bzw. gemeinsam geschlagene Holz der Bäume und Hecken ausgelost. Denn in jedem Holzröllchen war der Familienname von den Personen, die ein Los haben wollten eingelegt und jeder konnte sein Los aus dem Leinenbeutel herausziehen  um so er das vorher angesagte Reiserlos zu erhalten.

Einrichtungen in unserem Dorf

Das vorzeige Objekt unseres Dorfes ist unser Dorfgemeinschaftshaus, in diesem Haus das 1960 als Schule erbaut wurde, wird alles verbunden was in unserem Ort stattfindet. Die Säle zum feiern, Versammeln und auch zu traurigen Anlässen, der große Hof davor ebenfalls für Feiern unter freiem Himmel wie z.B. das Viezfest und das angebaute Feuerwehrgerätehaus, wenn es mal brenzlig oder Hilfe benötigt wird. Hier ist an einer Stelle alles vorhanden. Das Gebäude wurde, nachdem am 31.07.1975 der Schulbetrieb eingestellt worden war, durch die Gemeinde Hilscheid vom Schulverband Hilscheid- Dhronecken für 25.000,00 DM im Jahre 1978 abgekauft. Von 1980 bis 1982 wurde umgebaut einschließlich des Anbaues des Feuerwehrgerätehauses und eines Geräteraumes für die Gemeinde. Das gesamte Werk wurde am 04. Dezember 1982 um 14.00 Uhr eingeweiht, die Kosten betrugen rund 210.000,00 DM.

1993 Wurde die Heizungsanlage von Elektrisch auf Öl umgestellt und Innen saniert. 2005 wurde ein lang gehegter Wunsch unserer Jugendlichen im Dorf wahr es wurde ein Jugendraum an das Feuerwehrgerätehaus angebaut, der ohne Öffentliche Gelder gebaut wurde. Durch viel Eigenleistung und Engagement der Dorfbewohner und der Feuerwehr konnte der Raum im Jahr 2010 bezogen werden. Unter dem Dach entstand gleichzeitig ein Gruppen- und Schulungsraum für unsere Feuerwehr. Im Jahre 2010/2011 wurde das Foyer umgestaltet und ein Behinderten WC und Zugang sowie die gesamte Außenfassade Wärmegedämmt, sodass unser Dorfgemeinschaftshaus wie eine Perle am Ortseingang von der Hunsrückhöhenstrasse kommend glänzt. Auch wurde von einer Gruppe Frauen aus Hilscheid sowie dem 1. Beigeordneten Wolfgang Klein ein Frühstücksbuffet für die Dorfgemeinschaft und auch darüber hinaus angeboten, um Einrichtungsgegenstände für das Dorfgemeinschaftshaus anzuschaffen. Dieses Büffet kam bei allen Gästen sehr gut an, sodass sich viele Gäste angemeldet hatten und man sich bei allen Anwesenden einig gewesen ist, das war „Super“ und toll gemacht, es hatte allen geschmeckt, es waren auch viele „frühere“ Hilscheider zu dieser Veranstaltung erschienen. Es ist geplant dieses Frühstücksbuffet einmal im Jahr zu wiederholen.

Der Dorfplatz der mit dem Spielplatz und dem Pavillon ein Anziehungspunkt für unser Dorf darstellt. Er wurde im Jahre  im Jahre 2000 Fertig Gestellt, er eignet sich ebenfalls um dort Feste zu feiern. So wurde der Dorfplatz unter Beteiligung aller Ortsvereine am 11. und 12. Juni 2005 eingeweiht. Das Fest fand auch großen Anklang bei der Bevölkerung unseres Dorfes und darüber hinaus, zur Einweihung des Platzes waren auch alle Ortsbürgermeister der ehem. Mark Thalfang eingeladen, die auch alle kamen. In den nächsten Jahren ist vorgesehen den Platz zu einem Mehrgenerationen Platz auszubauen, wir wollen eine Boule Platz und Geräte für ältere Menschen aufstellen, wo sie sich Sportlich betätigen können. Wir hoffen das sich so ein miteinander von Jung und Alt zusammenfindet und die Dorfgemeinschaft weiter festigt.

Der Glockenturm

Durch die historisch bedingten Besonderheiten der Mark Thalfang, das durch die zentrale Pfarrkirche in den einzelnen Gemeinden außer Thalfang keine Glocke war, musste in den restlichen Dörfern eine Glocke vorgehalten werden. Bis Mitte der 1920 er Jahre befand sich unsere Glocke auf dem damaligen Schulhaus im Unterdorf bis sie vom Schulhaus verwiesen wurde und einen eigene Turm im Jahre 1928 erhielt, der durch die Firma Conrad und Marx aus Dhronecken in Ziegelmauerwerk errichtet wurde. Die jetzige Glocke wurde nach dem zweiten Weltkrieg neu angeschafft, da die alte im Krieg für die Rüstungsindustrie eingezogen wurde. Sie wurde am 18. September 1949 an einem Sonntag feierlich eingeweiht und trägt die Aufschrift: Der Gemeinde Hilscheid gehöre ich zu. Die Toten ruf ich zur letzten Ruh. Zum Frieden mahn allzeit mein Ton. Mich goß die Firma Mabilon. 1949. Der Glockenturm mit dieser Glocke, welche aus Bronce gegossen wurde steht noch immer am gleichen Ort. Sie läutet am Morgen um 08.00 Uhr, am Mittag um 12.00 Uhr und am Abend um 18.00 Uhr und wenn jemand aus unserem Dorf gestorben ist und das Dorf zur letzten Ruhestätte verlässt, das Geläut wird Elektrisch gesteuert.

Zum Abschluss möchte ich noch auf unsere Touristische Attraktion des Erbekopfes kommen mit dem Hunsrück- Haus, dem Wintersportbetrieb, dem Hochseilgarten und der Sommerrodelbahn und natürlich die Klangharfe auf dem Kopf des Berges sowie der hölzerne Aussichtsturm. Von hier hat man einen wunderbaren Blick in das Nördliche Umland des Erbeskopfes und steigt man auf den Aussichtsturm hat man freien Blick nach Süden in Richtung Saarland und auf den Truppenübungsplatz Baumholder und seine Umgebung. Das Alleinstellungsmerkmal in Rheinlad-Pfalz ist natürlich der Erbeskopf mit seinen 816,32 m ü. NN. Die Höchste Erhebung im Lande das mit seinem Hunsrück-Haus in Zukunft ein Nationalparktor werden soll, ist für unseren Ort hoch zu bewerten. Natürlich sind wir stolz auf „Unseren“ Erbeskopf und versuchen auch mit der Gemeinde ein gutes Miteinander mit Betreibern und Landesforsten beizubehalten um den Erbeskopf Voran zu bringen. Im Winter kommen tausende von Wintersportlern und Besuchern um die Schneepracht zu genießen und sich Sportlich zu betätigen oder die Gegend zu erwandern. Ebenso natürlich auch zu allen Jahreszeiten ist es immer wieder ein Erlebnis die schönen Anlagen und die wunderschöne Natur zu bestaunen die der Erbeskopf als Naherholungsgebiet zu bieten hat. Auch sollte man die angebotenen Atraktionen in Anspruch nehmen und mit der Sommerrodelbahn fahren und die Angst beim Klettern im Hochseilgarten überwinden und anschließend in der Gastronomie im Hunsrückhaus bei gutem Essen oder Kaffee und Kuchen den Spannenden Tag ausklingen lassen.